{"id":316,"date":"2008-02-14T12:46:41","date_gmt":"2008-02-14T11:46:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ich-bin-gastfreund.de\/blog\/?p=316"},"modified":"2008-02-14T13:35:54","modified_gmt":"2008-02-14T12:35:54","slug":"bankenkriseoder-von-herren-dienern-und-knechten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.ich-bin-gastfreund.de\/blog\/?p=316","title":{"rendered":"Bankenkrise?..oder: Von Herren, Dienern und Knechten"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ich-bin-gastfreund.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/02\/geld_200jpg.thumbnail.jpg\" title=\"geld_200jpg.jpg\" alt=\"geld_200jpg.jpg\" align=\"left\" \/>Gestern Abend 20.00 Uhr in der <strong>Glotze.<\/strong><\/p>\n<p>Hauptnachricht des Tages: der <strong>Finanzstandort Deutschland ist gef\u00e4hrdet<\/strong> &#8211; obwohl wir doch schon 6x in Folge Exportweltmeister sind.  Herr Wirtschaftsminister und Herr Finanzminister im gemeinsamen Interview: ..da schn\u00fcren wir jetzt ein Hilfspaket, denn in Deutschland darf einfach <strong>keine Bank Pleite machen.<\/strong> Vertrauen ist n\u00e4mlich der Anfang von allem&#8230;( Und Herr Steinbr\u00fcck stellte in einem Nebensatz auch noch fest, dass es <strong>uns wirtschaftlich gar nicht so gut geht<\/strong>.  Was nu&#8230;?) 1-2 Milliarden Hilfspaket oder so&#8230;? Gute Idee? Wer das bezahlt? Keine Ahnung. Aber einer steht bereits fest: der Staat&#8230;und das seid ihr, wir, du, ich&#8230;Sie. Von \u00c3\u0153bernahme der Verantwortung, Vorstandsentlassung, 1000 Runden in der Vorh\u00f6lle (egal, ob der Vatikan die jetzt abgeschafft hat ) um den L\u00e4uterungsberg ( Dante )&#8230;auf Knien nat\u00fcrlich, die Privatsender \u00fcbertragen die Kartharsis der\u00c2\u00a0 Betroffenen&#8230;nix geh\u00f6rt. Aber Gott sei Dank gibt es ja das Internet, um sich zu informieren.<\/p>\n<p><strong>Hilfspaket<\/strong> h\u00f6rt sich f\u00fcr mich so an, als w\u00fcrde man wie in den 60Jahren ein Pfund Kaffee und ein Pfund Mehl in einen Karton legen, um den an die notleidenden Br\u00fcder und Schwestern in Ostdeutschland zu schicken. F\u00fcr die Vorst\u00e4ndler der Banken m\u00fcssen wir nat\u00fcrlich <strong>Kaffee de Luxe<\/strong> nehmen. Ist halt etwas teurer.<\/p>\n<p><strong>Jetzt wechseln wir mal die Ebene.<\/strong> Wir haben kein Geld f\u00fcr Bildung, kein Geld f\u00fcr angemessene Kinderbetreuung &#8230;etc&#8230; etc.. .aber pl\u00f6tzlich retten wir mal mit ein paar Milliarden ein paar Banken vor dem Bankrott &#8211; weil die sich aus <strong>Systembedingter Rendite-Gier<\/strong> in den USA mit Immobillien verspekuliert haben???&#8230;<\/p>\n<p><strong>Warum steht hier in der \u00c3\u0153berschrift: Herren, Diener und Knechte?<\/strong> &#8211; Kleiner Exkurs.<\/p>\n<p>Die westliche Gesellschaft ist von drei wesentlichen Tabus gepr\u00e4gt: <strong>Sex, Tod und Geld.<\/strong> Jahrhundertelang  wurde \u00fcber diese Themen in der &#8222;besseren Gesellschaft&#8220; nicht gesprochen. Es gilt nach wie vor als unanst\u00e4ndig oder indiskret jemanden zu fragen, wieviel Geld er besitzt oder wo er es her hat. Das Gef\u00fchle und Verhalten durch diesen Umgang mit Geld <strong>programmiert<\/strong> werden, ist nur wenigen Menschen richtig bekannt. <strong>Geld ist eine unbewu\u00dfte Vereinbarung<\/strong>. Den meisten Wirtschaftswissenschaftlern und Finanzexperten ist dieser psychologische Mechanismus ein Buch mit sieben Siegeln. Auch wenn sie etwas anderes sagen.<\/p>\n<p>Wenn Sie <strong>tiefer<\/strong> in diese Themen eintauchen wollen, dann empfehle ich Ihnen <strong>den B\u00f6rsenf\u00fchrer beiseite zu legen<\/strong> und folgendes zu lesen:<\/p>\n<p><strong>Bernard A. Lietaer:<\/strong> Mysterium Geld. Emotionale Bedeutung und Wirkung eines Tabus.<\/p>\n<p><strong>Erich Neumann:<\/strong> Die Grosse Mutter. Eine Ph\u00e4nomenologie der weiblichen Gestaltung des Unbewussten.<\/p>\n<p><strong>Margrit Kennedy, Bernard Lietar<\/strong>: Reginonal-W\u00e4hrungen. Neue Wege zu nachhaltigem Wohlstand.<\/p>\n<p><strong>C.G.Jung:<\/strong> alles was Sie zum Thema Schattenarbeit und Archetypen finden ( dann haben Sie ein Fundament, eine Grundlage, um zu &#8222;verstehen&#8220; was hier l\u00e4uft. )<\/p>\n<p>Im Jahre <strong>1948<\/strong> hat Erich Neumann, der \u00fcbrigens \u00fcber die Grosse Mutter promoviert hat, folgenden Satz geschrieben:\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0 &#8220; Die <strong>alte Ethik<\/strong> des j\u00fcdisch-christlichen Zeitalters hat sich als unf\u00e4hig erwiesen, die zerst\u00f6rerischen Kr\u00e4fte im Menschen zu b\u00e4ndigen.&#8220; &#8211; Deswegen arbeiten Menschen \u00fcberall in der Welt an einer <strong>Neuen Ethik f\u00fcr das 21. Jahrhundert.<\/strong>\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0 ( Ein Problem l\u00f6sen auf der gleichen logischen Ebene, auf der es entstanden ist,\u00c2\u00a0 &#8211; das kann nur der Finanzminister. Albert Einstein w\u00e4re anderer Meinung.)<\/p>\n<p>Es gibt Untersuchungen der <strong>Harvard Medical<\/strong> \u00fcber die <strong>moralische Sensibilit\u00e4t<\/strong> und <strong>Koruptionsanf\u00e4lligkeit<\/strong> von F\u00fchrungskr\u00e4ften <strong>all over the world<\/strong>, die in den letzten Jahrzehnten Wirtschaftswissenschaften studiert oder MBA Programme durchlaufen haben. Die Ergebnisse sind <strong>erschreckend<\/strong> und in tiefstem Ma\u00dfe besorgniserregend. Die Quittung bekommen wir jetzt vorgelegt, die Zeichen und Ph\u00e4nomene h\u00e4ufen sich, da all diese Menschen ja &#8222;top qualifiziert&#8220; in einflussreichen Positionen sitzen und ihr Handwerk und ihre Netzwerke pflegen.<\/p>\n<p>Wie sagte schon <strong>Carl Jaspers<\/strong>, der gro\u00dfe Existenz-Philosoph und Mediziner bereits vor <strong>60<\/strong> Jahren: man kann heutzutage jahrelang Medizin studieren, <strong>ohne<\/strong> eine einzige Vorlesung \u00fcber den Menschen geh\u00f6rt zu haben.  Deshalb kann man im Jahr der Geisteswissenschaften ja auch dar\u00fcber diskutieren, ob wir die geistigen Fakult\u00e4ten einfach zu machen und das Geld den Wirtschaftswissenschaften geben. Das Wissen braucht ja schlie\u00dflich jeder, das wei\u00df auch bereits der kleine Fritz.<\/p>\n<p>Zum Schlu\u00df der Betrachtung, eine <strong>Geschichte von C.G.Jung,<\/strong> die <strong>Herren, Diener und Knechte<\/strong> erkl\u00e4rt: &#8220; Der Herr, die Diener und die Handlanger. &#8211; Der Herr eines gro\u00dfen Hauses mu\u00dfte f\u00fcr unbestimmte Zeit verreisen. Er beschlie\u00dft, seinem getreuen und f\u00e4higen Diener die Verantwortung f\u00fcr seine Gesch\u00e4ft zu \u00fcbertragen. Nach vielen Jahren kehrt der Herr zur\u00fcck und mu\u00df feststellen, dass ihn der Diener nicht mehr erkennt; der Diener glaubt, er sei selber der Herr des Hauses. Er hat sogar vergessen, wie er zu seiner Aufgabe kam, und setzt alles daran, um seine Position zu behalten.<\/p>\n<p>Daher mu\u00df der Herr nach seinen Handlangern schicken. Dem Diener erscheinen sie als <strong>Behinderung<\/strong> bei seiner Arbeit, als <strong>\u00c3\u201engste<\/strong> aller Art. Schlie\u00dflich ist der Diener nach langen und schmerzhaften K\u00e4mpfen gedem\u00fctigt und mu\u00df sich der gr\u00f6\u00dferen Macht des Herrn beugen &#8211; der <strong>Stimme der Seele<\/strong>, dem h\u00f6heren Selbst.<\/p>\n<p>Das falsche Ich ( der <strong>Diener<\/strong> ) kann nicht mehr l\u00e4nger unangefochten \u00fcber den Haushalt herrschen. Die Schatten ( <strong>Handlanger<\/strong> ) zwingen ihn, sich zu ergeben. Daher sind die Schatten trotz der Zusammenbr\u00fcche und Leiden, die sie mit sich bringen, nicht unsere Feinde.<\/p>\n<p>Die Erfahrung des H\u00f6heren Selbst ist stets eine <strong>Niederlage <\/strong>des Ich.&#8220; So spricht C.G. Jung.<\/p>\n<p>Wie sagt Georg Schramm mit brennender Relevanz in der Stimme &#8211; &#8222;Lassen Sie es mich so sagen&#8220;: Wem bei dieser Geschichte ( von C.G. Jung ) die aktuellen Bez\u00fcge zur Wirklichkeit in Wirtschaft und Gesellschaft nicht nur so um die Ohren fliegen, der sollte erstmal oben angegebene Literatur lesen.<\/p>\n<p>Das Zum Thema <strong>Bankenkrise<\/strong> &#8230;und was das mit <a href=\"http:\/\/www.ich-bin-gastfreund.de\/workshopangebot.html\" target=\"_blank\">Gastfreundschaft<\/a> zu tun hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern Abend 20.00 Uhr in der Glotze. Hauptnachricht des Tages: der Finanzstandort Deutschland ist gef\u00e4hrdet &#8211; obwohl wir doch schon 6x in Folge Exportweltmeister sind. Herr Wirtschaftsminister und Herr Finanzminister im gemeinsamen Interview: ..da schn\u00fcren wir jetzt ein Hilfspaket, denn in Deutschland darf einfach keine Bank Pleite machen. 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