Archiv für die Kategorie 'Geschichten'

In der Welt zu Gast gewesen?

Donnerstag, 03. Mai 2007
E I N L A D U N G  Z U M  S T O R Y T E L L I N G  

Waren Sie in der Welt zu Gast – oder war die Welt bei Ihnen zu Besuch?

Wir suchen Geschichten zur Gastfreundschaft aus allen Ländern und Kontinenten, in Deutschland oder woanders erlebt. Was waren Ihre bewegendsten Momente, Ihre schönsten Begegnungen, Ihre erschütternsten Erfahrungen, was hat Sie beschämt, was bereichert, in welchen Situationen haben Sie am meisten gelernt oder konnten andere an Ihren Erfahrungen teilhaben lassen.

Teilen Sie Ihre Erlebnisse mit uns, mit anderen.

Die von uns ausgewählten Geschichten werden wir hier in der Kategorie “Geschichten” veröffentlichen, Ihre Zusendung deuten wir als Einverständnis.

Wenn Ihre Geschichte veröffentlicht wird, bekommen Sie von uns als Dank ein “GastfreunD-Shirt” in rot, schwarz oder sonnengelb.

Denken Sie beim Schreiben besonders an unsere “Gebote der Gastfreundschaft”. Vielleicht durchzieht ja ein Gebot wie ein roter Faden Ihre Story.

Wir sind gespannt!

Schwere Frage?

Samstag, 03. März 2007

brasilien-1_300.jpgWir sind wieder da – und grüßen Sie herzlich.

Eine kleine Geschichte für Ihren Start in den Sonntag: 

Die Schüler versammeln sich wieder, um dem Rabbi zu lauschen. Es war wieder die Zeit für Fragen. Ein Schüler steht auf und fragt: Woran erkennt man falsches denken, fühlen und handeln?

Der Rabbi antwortet: Wenn es lieblos ist.

Fazit: Die Absicht zählt. 

( Frage: woran erkennt man den GastfreunD? …unter anderem an seinen wunderschönen T-Shirt von Hess Natur – gekauft in unserem Shop. Besonders jetzt, wo der Frühling schon da ist, trägt man wieder kurzen Arm. )

Antike GastfreunDe

Sonntag, 04. Februar 2007

Und es begab sich zu einer Zeit:

Der griechische Himmelsherrscher Zeus und sein Bote Hermes kamen mal wieder auf die Erde und gingen über Land, um die Herzen der Menschen zu prüfen. Nur das alte Paar Philemon und Baucis, die in großer Armut lebten, bestanden die Prüfung. Sie gewährten den Göttern Gastfreundschaft und wurden dafür belohnt. Als eine große Ãœberschwemmung das Dorf heimsuchte, überlebten nur Philemon und Baucis. Und als sie alt und lebenssatt dem Wunsch nach zur selben Stunde starben, lebten sie fort als eine Eiche und eine Linde. Ihre Äste waren aber fest ineinander verschlungen.

Und die Moral von der Geschichte: Bis heute halten sich die Vermutungen und Ängste Fremden gegenüber, dass im Inneren unberechenbare Polaritäten lauern: das Abgründige und Böse, das Göttliche und Glückbringende.

Der Nachbar um die Ecke kann Ihnen das aber bestimmt auch bieten.

Das Ende der Nacht

Sonntag, 14. Januar 2007

dscn0800.JPG   Ein weiser Rabbi stellte seinen Schülern einmal folgende Frage:

„Wie bestimmt man die Stunde, in der die Nacht endet und der Tag beginnt?“

Einer der Schüler antwortete: „Vielleicht ist es der Moment, in dem man einen Hund von einem Schaf unterscheiden kann?“

Der Rabbi schüttelt den Kopf.

„Oder vielleicht dann, wenn man von weitem einen Dattel- von einem Feigenbaum unterscheiden kann?“

Der Rabbi schüttelte wieder den Kopf.

„Aber was ist es dann?“

Der Rabbi antwortete: „Es ist dann, wenn ihr in das Gesicht eines beliebigen Menschen schaut und dort Eure Schwester oder Euren Bruder erkennt. Bis dahin ist die Nacht noch bei uns.“

 

Die Zeitlosigkeit des Turmbaus zu Babel

Mittwoch, 03. Januar 2007

Wenn Sie das Gefühl haben wollen, dass die Welt ein Dorf ist, je nach Perspektive sich auf einen Punkt verdichtet, das Leben eine Geschichte, an verschiedenen Orten erzählt – dann schauen Sie sich bitte den neuen Film des großartigen mexikanischen Regisseurs Alejandro Gonzàles Inàrritu an.

Der Film heißt „Babel“ und läuft im Augenblick in den Kinos. Es ist ein vielschichtiges, bildgewaltiges Epos. Ein Schuss in der marokkanischen Wüste löst eine Kette von ineinander verzahnten Ereignissen aus, die den Zuschauer in einem Atemzug nach Japan, Mexico und wieder nach Marokko mitnimmt. Die Geschichten haben eine fatale Logik, die jeden Systemiker faziniert und in denen man sehr viel über innere Konflikte, das Aufeinanderprallen unterschiedlicher Kulturen und Gastfreundschaft erfahren kann.

Die Anspielung auf die biblische Geschichte ( Buch Genesis ) des Turmbaus zu Babel zeigt, dass wir auch heute international nur mühsam voran kommen, die unglaubliche Kluft zwischen arm und reich, zwischen erster und dritter Welt, zwischen haben und nicht haben, zwischen Hightechwelt und Ochsenkarren, zwischen der Normalität des „Dazugehörens“ und der Realität des „Ausgeschlossenseins“ zu überwinden.

Wir alle wollen verstehen und verstanden werden. Wer verstehen will braucht als erstes Zeit, um zuzuhören. Hören worum es sich handelt, was der andere für eine Geschichte zu erzählen hat.

In der Welt zu Gast gewesen?

Mittwoch, 27. Dezember 2006

E I N L A D U N G  Z U M  S T O R Y T E L L I N G

Waren Sie in der Welt zu Gast – oder war die Welt bei Ihnen?

Wir suchen Geschichten zur Gastfreundschaft aus allen Ländern und Kontinenten, in Deutschland oder woanders erlebt. Was waren Ihre bewegendsten Momente, Ihre schönsten Begegnungen, Ihre erschütternsten Erfahrungen, was hat Sie beschämt, was bereichert, in welchen Situationen haben Sie am meisten gelernt oder konnten andere an Ihren Erfahrungen teilhaben lassen.

Teilen Sie Ihre Erlebnisse mit uns, mit anderen.

Die von uns ausgewählten Geschichten werden wir hier in der Kategorie „Geschichten“ veröffentlichen, Ihre Zusendung deuten wir als Einverständnis.

Wenn Ihre Geschichte veröffentlicht wird, bekommen Sie von uns als Dank ein „GastfreunD-Shirt“.

Denken Sie beim Schreiben besonders an unsere „Gebote der Gastfreundschaft“. Vielleicht durchzieht ja ein Gebot wie ein roter Faden Ihre Story.

Wir sind gespannt!

 

Der Mörder meines Vaters: Gastfreundschaft ist stärker als Rache

Mittwoch, 08. November 2006

dscn1513.JPG  Ein Gouverneur fiel in Ungnade bei einem hartherzigen Kalifen und flüchtete in der Hoffnung, bei treuen Freunden in der Nachbarstadt Unterschlupf zu finden. Die Suchtrupps des Kalifen kamen jedoch immer näher, also floh er, blind vor Angst, in letzter Sekunde in das nächstbeste Haus. Der adlige Gastgeber nahm ihn auf, ohne ihn nach seiner Person oder dem Grund seiner Flucht zu fragen; vielmehr ließ er ihm in einem bequemen Versteck das allerbeste Essen servieren. Der Gast beruhigte sich und genoss die Großzügigkeit seines Gastgebers.

(mehr …)

Die Suppe nebenan, oder: Wer teilt mit wem?

Dienstag, 07. November 2006

dscn1515.JPG   „Ausnahmsweise“, sage ich mir und fahre hoch ins Karstadt-Restaurant; habe mich in der Zeit verschätzt und brauche jetzt dringend was zu essen.

Ich hole mir eine Suppe und setze mich an einen leeren Tisch. Zu dumm – den Löffel vergessen. Also noch mal los, zum Besteckkasten, Löffel holen; eine Serviette kann auch nicht schaden. Komme zurück an meinen Tisch – sitzt da, gegenüber von meinem Platz, ein Afrikaner, eindeutig, schwarze Hautfarbe, buntes Hemd, und löffelt seelenruhig Suppe aus meinem Teller. (mehr …)

Man muß auch Gast sein können

Montag, 06. November 2006

Ein Derwisch war in einer stürmischen Winternacht in einer spärlich bewohnten Gegend auf der Suche nach einem Quartier. Er klopfte an die erste Tür, die sich ihm bot und fragte, ob er übernachten könne. Nein, alles bereits voll, war die Antwort. So ging er von Haus zu Haus. Als er im Ort an der letzten Türe anklopfte war, bekam er die Antwort: Nein hier nicht, aber wenn du noch dreihundert Meter der Strasse folgst, kommst du an ein abgelegenes Haus, das eigentlich nicht zu unserem Dorf gehört, und da wohnt Ibrahim. Bei dem kannst du übernachten. Aber sei gewarnt, denn der verprügelt seine Gäste.

(mehr …)