Archiv für Juli 2007

Kein Ort nirgends. Wo ist Heimat für Nomaden?

Dienstag, 31. Juli 2007

phil-prxis-unterwegs.jpg Für einige ist Heimat da, wo die Menschen sind, die man liebt. Für andere da, wo die Möbel stehen und man die Miete bezahlt – auch wenn man kaum da ist. Andere wiederum sind ruhelos auf den Songlines ihrer Seele weltweit unterwegs, um geistige Bindungen zu finden, da das Regionale provinzielle sie nicht halten kann. Die Identitätsbildung über Vereinskulturen ist nicht nach jedermanns Geschmack.

Dabei begegnen uns Schicksale. Migranten, Asylanten, Menschen, die gegen ihren Willen und unter Schmerzen entwurzelt wurden. Viele haben alles verloren – hoffen auf einen Neuanfang in der Fremde. Heimatvertriebenen hat man die Entscheidung zu gehen genommen. Der freiwillige Heimatlose der Gegenwart aber ist meistens ein hochqualifizierter Glücksucher, ein Arbeitsnomade, international high tech vernetzt – die Hefe im Weltteig. Sie bringen das Neue voran, sie sind kreativ und schöpferisch.

Aber sie sind angewiesen auf einen gastfreundlichen offenen Geist vor Ort, denn sie sind immer in der Fremde unterwegs. Vilèm Flusser formulierte es für sich so: Meine Wohnung ist ein Sprungbrett in Abenteuer…und Heimat sind für mich die Menschen, für die ich freiwillig Verantwortung trage.

Ursache und Wirkung

Freitag, 27. Juli 2007

dscn1097.JPG  Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte.

Achte auf deine Worte, denn sie werden Taten.

Achte auf deine Taten, denn sie werden Gewohnheiten.

Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter.

Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.

Denn was du säest, das wirst du ernten.

Tibetisches Sprichwort

 

Unsere tägliche Achtsamkeit entscheidet mit darüber, wie unsere Zukunft am Ende aussieht. Wir wünschen Ihnen einen gastfreundlichen Tag.

Bildungs-Doping!

Donnerstag, 26. Juli 2007

dsc00477.JPG   Da auch wir es mittlerweile nicht mehr hören können und uns keine Fluchtwege mehr einfallen, kommen wir damit raus – wir wollen auch was gestehen.

Achtung! Unsere Doping-Methode ist bombensicher, noch legal und jahrzehntelang in allen erdenklichen Abstufungen erprobt. Ausserdem ist es der direkte Weg zum Glück – allein oder zuweit – wie ihr wollt.

Es geht so: Ich gehe in eine Buchhandlung und lasse mein Auge absichtslos über die Buchrücken streifen. Ich konzentriere mich, höre in mich rein. Was genau brauche ich jetzt, um so richtig OPEN MINDED zu sein?…

Da…plötzlich taucht es auf. Die perfekte Ãœbereinstimmung im „hier und jetzt“. Titel, Farbgestaltung, Standort, Raumtemeratur…alles stimmt. Ich nehme das Buch ganz langsam und vorsichtig aus dem Regal…und mit einer gezielten Bewegung, die ein japanischer ZEN Maler nicht harmonischer vollführen könnte, reiße ich die Plastikfolie ab.

Dann geht alles sehr schnell. Ich biege das Buch in der Mitte auseinander, tauche meine Nase ganz eng zwischen die Seiten und atme tief und ganz laaaaaaaaang ein. Wahnsinn!

Zuerst ist mir dann immer etwas schummrig vor Augen. Könnte am Inhalt liegen…. Dann aber sehe ich total klar -wau. Ich fühle mich richtig gut.

Die, die noch nicht so viel Erfahrung haben wie ich, sollten das Buch unbedingt kaufen und die Ãœbung zuhause wiederholen.

Ãœbrigens: Auch wenn man in der Buchhandlung im entscheidenden Moment etwas merkwürdig aussieht, die Buchhandlerinnen haben meistens Verständnis für die Nöte. Es geht ja schließlich um einen guten Zweck: höhere Bildung – ganz legal.

Dalai Lama in Deutschland

Samstag, 21. Juli 2007

Seine Heiligkeit der Dalai Lama ist vom 20. – 27. Juli 2007 auf Einladung des Tibetischen Zentrums Hamburg in Deutschland. Er wird zum Thema „Frieden lernen – die Praxis der Gewaltlosigkeit“ und zum Thema „MItgefühl in einer globalisierten Welt“ Teachings geben.

Wenn wir uns anschauen, was in der Welt los ist: Gewaltbereitschaft in den Städten, Armut, soziale Ungerechtigkeit, Frustation der Ausgegrenzten, Klimawandel, Kriege…uvm, können wir verstehen, warum der Dalai Lama 6 Monate im Jahr in der Welt auf Reisen ist, um seine Botschaft zu lehren. Ãœber Mitgefühl und Gewaltlosigkeit nachzudenken, lohnt sich immer. Verstehen durch hören ist eine Sache – von Herzen her leben eine andere.

Die „ich bin gastfreunD-Initiative“ heißt den Dalai Lama aufs aller herzlichste Willkommen. Möge sein Segen auf uns allen ruhen und uns in unserer Arbeit inspirieren.

John McLaughlin und Zakir Hussein and the Shakti Group geben zu Ehren ein Benefizkonzert. Der mögliche Gewinn der Veranstaltung geht an die Tibet-Stiftung.

Die Flo Peters Gallery präsentiert die Ausstellung vom Manuel Bauer „Unterwegs für den Frieden“. Der Schweizer Fotograf hat den 14. Dalai Lama auf über 40 Reisen weltweit begleitet. Ein sehr bewegendes Porträt des Friedensnobelpreisträgers.

Unbedingt anschauen.

07.07.07. Life Earth ist vorbei. Und nun?

Dienstag, 10. Juli 2007

Life Earth Konzerte sind vorbei. Angeblich sollen insgesamt 2 Milliarden Menschen dabei – größten Teil vor dem Fernseher – gewesen sein. Direkt am nächsten Tag, nachdem die Welle der Euphorie etwas abgeklungen war, meldeten sich die kritischen Stimmen. Fazit: Happenings dieser Art bringen langfristig keine Ergebnisse. Wirkliche Bewußtseinsarbeit braucht andere Methoden…subtilere.

Die Fakten:

Trotz steigendem Wirtschaftswachstum hungern weltweit über 900 Millionen Menschen, 3 Milliarden leben in Armut ( dh sie haben weniger als 2 Dollar pro Tag ), wir geben gewaltige Summen für ein Gesundheitssystem aus, das auf der Symptomebene herummacht und wohl nicht den erklärten Willen hat, die wirklichen Ursachen von Krankheiten in unserer Gesellschaft anzugehen. ( Auf diese Weise läßt sich besser verdienen. )

Wir geben ebenfalls riesige Summen für ein Bildungssystem aus, sind aber bisher nicht in der Lage – oder willens – Schulen, Institutionen oder Universitäten für Höhere Bildung zu schaffen, die die tief im Menschen veranlagte Zufunfts-Fähigkeit sensibilisieren und fördern kann, eine Herzensbildung, die sehr wohl weiß, was die Zukunft von uns will. Seit einiger Zeit wird unter dem Begriff „emotionale Intelligenz“ darüber gesprochen und geforscht.

Das wird die Kernkompetenz des 21.Jahrhunderts sein.

Und: mehr als 50% aller Kinder wachsen weltweit unter unfassbaren Mangelbedingungen auf: Armut, Kriege, HIV / Aids uvm…

Wen interessiert es da, ob wir hier das Badewasser für unsere Kinder mehrmals benutzen?….oder beim Zähneputzen das Wasser nicht mehr laufen lassen?…

Bisher haben wir es nicht geschafft, unsere jahrhundertealten kollektiven Denkmuster zu verändern, um mit unserer Realität auf Augenhöhe zu kommen. ( Ausnahmen zählen jetzt hier nicht.)

Wir – die Gastfreund-Initiative – sind nachwievor davon überzeugt: bewußt gelebte Gastfreundschaft zwischen Menschen, Kulturen, unterschiedlichen Wertvorstellungen, Ländern, Kontinenten ist ein gangbarer Weg, die Welt zu verändern.

Der Weg ist lang und mit Sicherheit keine grade Linie.

Liebe und Respekt

Montag, 02. Juli 2007

dscn0866.JPG  Es war einmal ein Mann, der besuchte seine Frau jeden Tag in einem Pflegeheim, obwohl seine Frau an der Alzheimer-Krankheit litt. Immer wenn ihn jemand fragte: Warum gehst du deine Frau jeden Tag besuchen – sie weiß doch nicht mehr wer du bist?, dann antwortete er auf die Frage: Weil ich weiß, wer ich bin…und wer sie einmal war.

Liebe und Respekt.